Keine Schokolade mehr
1. Juli 2011Es gibt Dinge auf dieser Welt, die sind ungerecht: das Finanzamt, Faschismus, Menschenhandel, meine Nachbarn. Und: Ein Schokoladenverbot.
Sie können jetzt selbst wählen, was aus dieser Reihe das Schlimmste darstellt, aber ich denke, wir kommen überein, dass ein Verbot, Schokolade zu sich zu nehmen, wohl die größte Form der Ungerechtigkeit darstellt, die sich aus dem Stehgreif ermitteln lässt.
„Wie kommt es, dass du keine Schokolade mehr essen darfst!?“
Schön, dass Sie fragen. Also, passen Sie auf: In den 1980er Jahren gebar eine Frau ein Kind. So weit, so gut. Das Kind wuchs heran und wurde zu einem wahrhaft stattlichen jungen Mann: großartig aussehend, athletisch, charmant, charismatisch, wortgewandt. Die Frauen lieben ihn. Tja… das ist mein großer Bruder.
Ich bin alles das nicht. Dafür ist er die wahrscheinlich hohlste Nuss aller Zeiten, was mir auch nicht hilft, da er die ganzen Mädels abschleppt, während ich beim Tanzball die Auswahl zwischen der dicken Nichte meiner Mutter und der einarmigen Schwester der geilen Freundin meines Bruders hatte. Egal.
Das gehört der Vergangenheit an. Inzwischen hat sich das Schicksal was neues ausgedacht. Es nennt sich „stressbedingte Neurodermitis“. Simpel erklärt: Meine Haut wird flächenweise rot, wenn ich zu viel Stress habe. An sich ist das Rot der selbe Farbton wie der meiner neuen Plissees. Anmerkung dazu: Man sollte die Teile im Insektenschutz-Onlinehandel kaufen. Ist günstiger. … Zurück zur Geschichte:
Der Hautarzt meinte, ich muss meine Ernährung umstellen: Viel Gemüse, wenig Alkohol, wenig Kaffee und keine(!) Schokolade. Ich glaube, er meinte auch, dass ich andere Dinge nicht mehr essen sollte, allerdings erlitt ich nach der Aussage mit der Schokolade einen spontanen Hörsturz und weiß daher nicht mehr viel.
Was soll der Mist!? Jetzt wird mir sogar schon das genommen. Manchmal glaube ich ernsthaft, Gott spielt mit dem Schicksalsengel Skat und verliert immer dann, wenn es um mich und meine Gelüste geht. Aber gut. Dafür sind andere Aspekte meines Lebens super. Und: Es gibt ja immer noch Gummibärchen.